Steintechniker

Der Steintechniker ist ein Weiterbildungslehrgang für die dreijährig anerkannten Ausbildungsberufe Steinmetz und Steinbildhauer, Betonstein- und Terrazzohersteller, Natursteinschleifer, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger sowie Naturwerksteinmechaniker mit jeweils mindestens zweijähriger Berufspraxis. Die Weiterbildung (beruflicher Aufstieg) erfolgt vorwiegend in zweijähriger Vollzeit. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Fachschule Technik ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung "Staatlich geprüfte/r Techniker/in der Fachrichtung Steintechnik" zu führen.

In der zweijährigen Ausbildungsdauer werden vom Steintechniker die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik, Wirtschafts- und Sozialkunde, Betriebspsychologie, Berufs- und Arbeitspädagogik, Datenverarbeitung, Betriebswirtschaft, Baustatik, Baustofftechnologie, Projektives Zeichnen, Freies Zeichnen, Formgestaltung, Schriftentwurf, Kunst- und Baugeschichte, Gesteinstechnologie, Steinkonstruktion, Werkzeugtechnologie, Boden- und Treppenkonstruktion, Wandbekleidungen, Unternehmensgründung und -führung, Bau- und Bauvertragsrecht, Arbeitsvorbereitung, Kosten- und Leistungsrechnung, Verfahrenstechnik, Plastische Steingestaltung, Schriftgestaltung, Grafisches Gestalten sowie Naturstein im Bestand belegt.

Der Steintechniker darf durch seine Ausbildungsinhalte als Fachplaner in der Steinarchitektur aktiv werden.

Handlungsempfehlungen für Steinkonstruktionen

  1. Die Wirtschaftlichkeit ist oberster Grundsatz in der Steinkonstruktion. Behalte stets den Zweck im Auge, den die Steinkonstruktion erfüllen soll.
  2. Wähle sorgfältig und sparsam die geeigneten Baustoffe aus.
  3. Serienfertigungen bedingen andere Fertigungsmethoden als Sonderanfertigungen; richte deshalb deine Konstruktion darauf ein.
  4. Konstruiere Bauteile und Baugruppen so, dass so wenig wie mögliche manuelle Bearbeitungen notwendig sind.
  5. Achte darauf, dass der Zusammenbau von Bauteilen ohne Schwierigkeiten erfolgen kann. Auch Baugruppen müssen einmal wieder auseinandergebaut werden.
  6. Besprich deine Konstruktionen mit der Person in der Werkstatt und dem Monteur vor Ort, sie können dir aus ihren Erfahrung vieles vermitteln, was für deine Konstruktion von Wert sein kann.
  7. Kontrolliere deine Arbeit stets gründlich, denn auch der erfahrenste Konstrukteur ist nicht unfehlbar.
  8. Denke stets daran, dass die Person in der Werkstatt oder auf der Baustelle deine Zeichnungen lesen muss.
  9. Gestalte deine Konstruktion so, dass keine unerwünschten Passstücke, Fugenlagen, Ausklinkungen oder Aussparungen in der Konstruktion entstehen.
  10. Kommt dir eine bessere Idee, wenn der Entwurf fertig ist, so gehe ohne Hemmungen von Neuem an die Aufgabe und scheue keine Änderung, wenn es eine bessere Lösung gibt.
  11. Vertusche keine Fehler, sondern überlege mit der Person in der Werkstatt oder auf der Baustelle, wie man diesen Fehler beseitigt; es gibt immer eine regelkonforme Möglichkeit.
  12. Bedenke stets, dass nicht nur bei deiner Konstruktion, sondern auch im Umgang mit dem Kollegen und in der Gesellschaft der Menschen, mit denen du gemeinsam an einem Werk schafft, der beste Wirkungsgrad erzielt wird, wenn die Reibungsverluste so gering wie möglich gehalten werden.

Zusätzliche Informationen unter www.pronag.de